Das Reinfühlen

Das Reinfühlen können wir immer dann anwenden, wenn eine Lebenssituation in uns Leid auslöst. Mit ihm können wir die dafür verantwortliche unbewusste Ursache ins Bewusstsein transportieren, diese transformieren und heilsame Veränderungen bewirken.

Vorbereitung

Die goldene Regel

Bei der Konfrontation mit Angst-behafteten Erfahrungen ist es wichtig, nicht in eine intuitive Abwehr zu fallen, weil wir mit diesem Verhalten die Gefahr, welche von der Erfahrung ausgeht bestätigen und die damit verbundenen Ängste bestärken. Dadurch können diese zusätzlichen Einfluss auf unser Leben gewinnen. Deshalb ist es für eine sichere und heilsame Anwendung der Methode unabdingbar, entgegen unserer Intuition während des gesamten Prozesses hinzuschauen und alles mit uns geschehen zu lassen. So lange, bis wir merken, dass uns dabei nichts passiert und sich die Ängste auflösen. Weil dieses Verhalten für die Sicherheit und Produktivität der Methode unabdingbar ist, nenne ich es die goldene Regel:


„Immer hinschauen und alles geschehen lassen.“

Freie Ausdrücke

Heilungs-Prozesse können nur dann ablaufen, wenn seelische Vorgänge und die damit verbundenen körperlichen Ausdrücke frei fließen können. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns diesbezüglich gehen lassen.


Dazu gehören zum Beispiel: Weinen oder Schreien.

Psychosomatik

Wenn sich seelische Vorgänge körperlich ausdrücken, dann sprechen wir von Psychosomatik. In unserem Sprachgebrauch gibt es viele Redewendungen, welche diesen Zusammenhang beschreiben. Hierzu ein paar Beispiele, mit den jeweiligen möglichen psychosomatischen Symptomen:


„Das schlägt mir auf den Magen.“

(Magenschmerzen)

 

„Ich habe eine Last zu tragen.“ (Rückenschmerzen)

 

„Ich koche vor Wut.“ (Hitzewallungen)

 

„Das hat mir das Herz gebrochen.“ 

(Herzschmerzen)

 

„Das bereitet mir Kopfzerbrechen.“ 

(Kopfweh)


Da bei den hier vorgestellten Methoden seelische Themen aktiviert und aufgelöst werden, können im ersten Abschnitt des Heilungs-Prozesses psychosomatische Symptome auftreten, welche sich mit dem Fortschreiten der Heilung auflösen. Weil diese eine seelische Ursache haben und für unsere körperliche Gesundheit unbedenklich sind, können wir diese zulassen und annehmen.

Das Reinfühlen - Die Technik

Löst eine Lebens-Situation in uns Leid aus, dann schließen wir die Augen und fühlen, was wir fühlen.

 

Dadurch können sich vorhandene Gefühle verstärken, neue hinzukommen, psychosomatische Symptome einstellen, Bilder und Erinnerungen auftauchen oder uns Zusammenhänge bewusst werden. Es ist wichtig, dass wir die Erfahrung als Ganzes zulassen. Dazu ist es notwendig, die Kontrolle und uns selbst komplett aufzugeben und passieren zu lassen was passiert (Die goldene Regel). Je nachdem um was es sich dabei handelt, kann dies sehr unangenehm sein, doch umso eher wir nachgeben und alles zulassen, umso schneller kann der Prozess voranschreiten und heilsame Veränderungen eintreten.

 

Dies machen wir so lange, bis nichts Neues mehr auftaucht und wir uns mit allem im Reinen fühlen.

 

Integration in den Alltag

 

Das Reinfühlen können wir überall dort anwenden, wo wir unsere Augen getrost schließen können.

 

Zum Beispiel:

 

- Zu Hause
- Auf einer Parkbank
- Im Auto auf einem Parkplatz
- In einem öffentlichen Verkehrsmittel
- An einem ungestörten Ort am Arbeitsplatz

 

Optional mit Beisitzer

Diese Technik ist so konzipiert, dass wir sie selbstständig und bei Bedarf anwenden können. Bei unserer ersten Anwendung kann es jedoch von Vorteil sein, einen erfahrenen Mentor hinzuzuziehen, welcher uns in die Methodik einführt und uns dabei begleitet. Mehr dazu unter Angebote.

 

Nächste Praktik: Die Atem-Meditation